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Steckbrief Chinchilla

Runder, aber extrem sportlicher Körper, samtweiches Fell, große dunkle Augen und überdimensionale Ohren - das sind die unverkennbaren Merkmale des Chinchillas. Nicht nur dieses treuherzige Aussehen, sondern auch ihr friedfertiges und intelligentes Wesen lässt die Herzen der Chinchilla-Liebhaber höherschlagen.
Unvorstellbar ist die Tatsache, dass diese possierlichen Tiere nur aufgrund ihres Pelzes an den Rand der Ausrottung gebracht wurden. Umso schöner ist es, dass sich dieses Heimtier wegen seines Wesens in den letzten Jahren in der Heimtierhaltung immer größerer Beliebtheit erfreut.
Chinchillas sind robust und neugierig. Sie legen ihre Hauptaktivität in die frühen Morgen- und Abendstunden und sind daher gerade für Berufstätige ideal. Sie werden schnell zahm und können somit auch gerne auf den Arm genommen, deshalb erfreuen sie ihren Halter nicht nur durch das Beobachten ihrer faszinierenden Sprungeinlagen.

Herkunft

Chinchillas sind in den südamerikanischen Gebirgsketten der Anden und Kordillen beheimatet. In kleinen Gesellschaften, die manchmal ganze Kolonien bilden, verbringen sie tagsüber ihre Zeit in Höhlen und Felsplatten und werden erst zum Einbruch der Dämmerung munter. An ihren großen Ohren und Augen ist erkennbar, dass Chinchillas gut an Dämmerung und Dunkelheit angepasst sind. Denn genau diese befähigen sie zu einem sehr guten Seh- und Hörvermögen. Das geschützte Leben in der Sippe hat zudem den großen Vorteil, dass sich die Chinchillagruppe durch ausgiebiges Aneinanderkuscheln vor dem harten Klima ihres Lebensraumes schützt. Dieses ist geprägt von Kälte, Wind und vor allem Nahrungsmangel. Daher sind Chinchillas hitzeempfindlich und somit sollte die Umgebungstemperatur zwischen 15°C und 21°C liegen.

Gattung

Chinchillas gehören zu der Ordnung der Nagetiere und zur Familie der Hasenmäuse. Im Wesentlichen gibt es zwei Arten:
Das Kurzschwanzchinchilla, welches relativ groß wird (35 bis 38 cm). Im Verhältnis zu Kopf - und Rumpflänge sind Ohren und Schwanz relativ kurz.
Das Langschwanzchinchilla - auch als "Wollmaus" und kleiner Chinchilla bekannt, welches in der Heimtierhaltung wesentlich weiter verbreitet ist und bedauerlicherweise millionenfach als Pelztier in Farmen gezüchtet wird.
Inzwischen gibt es Chinchillas in vielen verschiedenen, wunderschönen Farbvariationen.

Artgerechte Haltung

Wenn man Chinchillas tiergerecht halten möchte, sollte man sich für mindestens zwei Tiere entscheiden, denn ein Pärchen versteht sich natürlich prächtig. Wird allerdings kein Nachwuchs geplant, empfiehlt sich die Haltung gleichgeschlechtlicher Paare. Sowohl Weibchen- als auch Männchengruppen (die nicht in Reichweite weiblicher Chinchillas hausen) verstehen sich bestens. So kann eine wunderschöne und gesellige "Chinchilla-WG" entstehen. Auch eine Gruppe mit einem (kastrierten) Böckchen und zwei bis drei Weibchen ist möglich. Eine Vergesellschaftung älterer Chinchillas kann oft problematisch werden, deshalb sollten die Nager vor dem Erreichen der Geschlechtsreife aneinander gewöhnt werden.
Eine Außenhaltung, selbst wenn diese witterungsgeschützt ist, kommt für Chinchillas nicht in Frage. Die Nager haben weder Talg- noch Schweißdrüsen und kommen deshalb weder mit dem nasskalten Winter- noch mit dem schwühlheißen Sommerklima in Deutschland zurechtkommen.
Die Behausung für zwei Chinchillas sollte mindestens eine Grundfläche von 2 m2 und einer Höhe von 1,5 m haben. Für jedes weitere Tier sollte die Grundfläche um mindestens 0,5 m2 vergrößert werden. Der Standort sollte ruhig, vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Außerdem sollten zwei aneinandergrenzenden Seiten des Nagerheims blickdicht sein, da die kleinen Nager schreckhaft und lärmempfindlich sind. Während der nächtlichen Aktivität der Chinchillas kann es relativ laut werden, deswegen eignet sich ein Nagerheim in Schlafräumen nicht.
Chinchillas sind sehr bewegungsfreudig und schnell, sie brauchen selbst bei großen Nagerheimen täglichen Freilauf. Dabei müssen alle potentiellen Gefahrenquellen (Elektrokabel, Zimmerpflanzen oder andere Haustiere) sowie das starke Nageverhalten der Tiere berücksichtigt werden. Die kleinen Nager können aus dem Stand 1 m hochspringen und zwängen sich in die kleinsten Spalten.

Ausstattung des Nagerheims

Für die bewegungs- und springfreudigen Nager ist eine dreidimensionale Einrichtung mit mehreren Ebenen (erhöhte Sitzbretter), dicken Ästen, Rampen etc. sehr wichtig. Außerdem sind Rückzugsmöglichkeiten in Form von Holzhäuschen (mindestens eins pro Tier mit einem Ein- und Ausgang) notwendig und ein Häuschen sollte in den obersten Ebenen stehen, in dem alle Chinchillas ausreichend Platz haben. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten sind Naturzweige, Nagesteine, unbedrucktes Papier oder Karton. Diese kommen dem Nagebedürfnis der Chinchillas sehr entgegen. Futter- und Wassernäpfe sollten am besten auf einer erhöhten Ebene standsicher angebracht werden. Für die Fellpflege ist ein Sandbad mit speziellem, quarzfreiem Chinchillasand unbedingt erforderlich.

Artgerechte Ernährung

Chinchillas sind reine Pflanzenfresser. Da sie einen komplexen Verdauungsapparat besitzen müssen sie artgerecht ernährt, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Deshalb ist gutes Heu am wichtigsten, welches ständig in einer geeigneten Raufe zur Verfügung stehen muss, ebenso wie getrocknete Kräuter und Blüten. Das Heu fördert zudem die Abnutzung der lebenslang nachwachsenden Zähne. Außerdem ist zuckerfreies, spezielles Chinchillafutter wichtig. Frische Blätter sollten nur in sehr geringen Mengen und nach langsamer Gewöhnung angeboten werden, da Chinchillas sonst mit lebensbedrohlichen Durchfällen reagieren. Sauberes Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen.

Entscheidung zum Kauf von Chinchillas

Die Lebenserwartung beträgt mehr als zwanzig zehn Jahre, in denen der Halter von Chinchillas viel mit seinen dankbaren Freunden erleben kann. Allerdings sollte vor dem Kauf klar sein, dass Chinchillas mindestens paarweise gehalten werden sollten und auch diese kleinen Tiere Arbeit mit sich bringen, denn das Nagerheim muss gesäubert werden, Tierarztbesuche stehen an, das Futter muss täglich erneuert werden und vieles mehr. Ist das klar, steht einem schönen Leben mit den Chinchillas nichts im Wege.

Ordnung:
Nager (Rodentia)
Familie:
Hasenmäuse
Heimat:
Südamerkia
Natürliche Lebensweise:
Lebensweise in kleinen Gruppen, tagsüber ruhend
Größe:
ca. 45 - 55 cm Länge
Alter:
Mehr als 20 Jahre
Futter:
Reine Pflanzenfresser, Heu, getrocknete Kräuter und Blüten, Lottis Freunde
Zuchtreife:
Mit 7 bis 9 Monaten
Tragzeit:
111 Tage
Wurfzahl:
Jüngere Mütter 1 bis 2 Junge, später bis zu 6 Junge
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