Fachkompetenz Tier
Beratung online & vor Ort
kostenlose Lieferung ab 29€
schnelle Lieferung
kostenlose Retoure

Steckbrief Zwergwidder

Alle Zwergkaninchen sind niedliche Gesellen, und schon alleine eine Auswahl unter den Rassen fällt demnach nicht leicht. Beinahe eine Überforderung ist es also, sich auch zwischen etlichen einzelnen zu entscheiden. Doch Kaninchen ist nicht gleich Kaninchen, und so kann es neben dem Aussehen andere Gründe geben, sich für eine bestimmte Rasse zu entscheiden. Im Folgenden soll es besonders um Zwergwidder gehen, die Kleinen mit den Schlappohren.

Herkunft
Der Zwergwidder, auch Widderzwerg genannt, ist die jüngste Zwergrasse und strenggenommen nicht zu den üblichen Zwergkaninchen zu rechnen, da ihnen der Zwergfaktor fehlt. Sie sind schwerer als ihre übrigen Mitzwerge, aber leichter als die sogenannten Kleinwidder. Ihr Ursprungsland ist Holland. Die ersten typischen Widder mit etwa drei Pfund züchtete Adrian de Cock heraus. Die Farbenvielfalt der hängeohrigen Zwerge ist inzwischen genauso ausgeprägt wie bei den übrigen.

Eigenschaften
Der Körperbau des Widdertyps in Miniatur muss in allen seinen Kennzeichen gut zum Ausdruck kommen. Die Form ist stark gedrungen, die Muskelpartien sind kräftig, und die Läufe wirken kurz und ebenfalls kräftig. Das Gewicht beträgt 1,25 bis 2 kg, wobei das Idealgewicht bei 1,5 bis 1,8 kg liegt. Das Fell sollte mittellang und dicht mit guter Begrannung (feste, längere Stützhaare) sein. Durch den schönen, gebogenen Nasenrücken erscheint das Profil widderartig. Insgesamt ist der Kopf kräftig, hat eine breite Stirn- und Schnauzenpartie und einen muskulösen Nacken. An den Ohransätzen sind Wülste (Krone genannt) zu erkennen, die an Widderhörner erinnern und ihnen ihren Namen beigebracht haben. Die Widderohren (Behang) hängen hufeisenförmig vom Kopf herab, mit den Schallöffnungen nach innen. Werden sie von Ohrspitze zu Ohrspitze gemessen, sind sie 24 bis 28 cm lang. Die Fellfarbe entspricht den Varianten der Farbenzwerge. Mögliche Farben mit einheitlicher Grundfarbe sind Schwarz, Rot, Havanna, Blau, Grau oder Wildfarben, Chinchilla und Schwarzsilber. Die vorkommenden Zeichnungen sind ebenfalls reichlich. Hier sollen die einzelnen Zeichnungsarten ohne Erläuterung aufgeführt werden: Russe, Thüringer, Weißgrannen-Schwarz, Weißgrannen-Blau, Loh Schwarz, -Braun, -Blau, Hotot und Holländerfarbig. Die Krallen und Augen sind dem jeweiligen Farbschlag entsprechend.
Doch wie bereits angedeutet, ist eine Entscheidung nicht nur durch äußere Gesichtspunkte bedingt. Zwergwidder sind vom Gemüt her wesentlich ruhiger als die quirligen Farbenzwergkaninchen und lassen sich gerne stundenlang streicheln. Sie eignen sich hervorragend für Kinder, die zum ersten Mal ein Kaninchen besitzen. In Ruhe können sie üben, es hochzunehmen und mit dem Tier umzugehen, ohne befürchten zu müssen, dass es sofort wieder wegspringt. Erschrecken kann sich ein Zwergwidder natürlich auch einmal. Mit Sicherheit besteht aber bei der Wahl dieser Rasse eine sehr große Wahrscheinlichkeit, ein richtiges Schmusetier zu bekommen. Jüngere Kinder wären möglicherweise enttäuscht, wenn ein Farbenzwergkaninchen anfangs noch sehr scheu ist (was sich aber überaus schnell ändert) oder einfach nicht die Ruhe hat, sich streicheln zu lassen, sondern lieber herumhüpft. Auch älteren Menschen mag ein etwas gemächlicherer Charakter entgegenkommen.
Ansonsten sind alle Zwergkaninchenrassen unproblematisch und friedlich in der Haltung, und als Gesellschaftstiere kann man auch verschiedene Arten zusammenhalten. Jede hat ihre Vorzüge und bereitet große Freude, so dass es letztlich am persönlichen Geschmack liegt, für welche Rasse(n) man sich entscheidet.

Artgerechte Haltung
Die Zwergwidder eignen sich bestens für die Außenhaltung. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass Kaninchen, die bisher im Haus gelebt haben, behutsam an die Außenhaltung gewöhnt werden. Sie müssen sich aber nicht nur an die Witterungen gewöhnen, sondern auch an die Ernährungsumstellung. Haben sich die Zwergwidder daran gewöhnt, sind sie sehr robust und mit dem entsprechenden Fell ausgestattet.
Die Zwergwidder sind große Buddler, sie lieben das Graben! Aus diesem Grund sollte das Gehege gesichert sein. Als Untergrund eignet sich Rindenmulch und Kleintierstreu. Über Buddelkisten mit wechselndem Inhalt freuen sich die aktiven Tiere und sorgen für eine willkommene Beschäftigung. Damit sich die Zwergwidder zurückziehen können sollte mindestens ein geschütztes Häuschen mit Minimum 2 Ein- und Ausgängen vorhanden sein. Dieses sollte mit Stroh ausgelegt sein, denn im Sommer hilft es dem Kaninchen seine Temperatur zu regulieren und im Winter hält es warm.

Pflege
Verunreinigungen und Erkrankungen der Gehörgänge können, wegen den herabhängenden Ohren, oft nur schwer gesehen werden. Aus diesem Grund sollten die Schlappohren täglich kontrolliert werden und wenn nötig können sie mit einem Wattepad und dem passenden Pflegeprodukt vorsichtig gereinigt werden. Normalerweise übernimmt diese Reinigung das Partnerkaninchen. Das Fell der Zwergwidder ist sehr weich und pflegeleicht, allerdings ist ein wöchentliche Fellpflege von Vorteil. Dazu am besten eine spezielle Bürste verwenden. Das rausgekämmte Fell können die Kaninchen bestens für ihr Nest benutzen. Auch nach den Krallen und den Zähnen sollte regelmäßig geschaut werden.
Das Kleintierheim muss regelmäßig sauber gemacht werden, den das sorgt für eine gute Luftqualität und gereinigte Liegeflächen. Wenn die Hygiene im Heim leidet, können sich die Zwergwidder durch Urin und Kotreste die Pfoten wund laufen.

Artgerechte Ernährung
Über frisches Gras freuen sich die Kleintiere, allerdings muss unbedingt darauf geachtet werden, dass keine Giftpflanzen in der Nähe sind. Frisches Heu sollte immer zur Verfügung stehen und das am besten in einer geeigneten Heuraufe, damit es sauber bleibt. Genauso sollte das Wasser vor Schmutz geschützt sein, dafür eignet sich eine Nippeltränke. Im Winter sollte darauf geachtet werden, dass diese vor Frost geschützt ist. Zu dem Heu kann man auch Gräser, Salate (z.B. Rucola, Feldsalat, etc.) und Gemüse geben. Die kleinen Feinschmecker sind auch sehr glücklich, wenn sie Banane oder andere Obstsorten bekommen.
Werden die Zwergwidder draußen gehalten, kann man die Kleintiere mit kalorienreichem Trockenfutter unterstützen, damit sie Fettreserven für den Winter aufbauen können. Im Frühling sollte dann wieder die Futtermenge reduziert werden, da den Kaninchen nun wieder Gräser und Kräuter zur Verfügung stehen.

Entscheidung zum Kauf von Zwergwiddern
Die Zwergwidder sollten nie in Einzelhaltung leben, sie sollten mindestens zu zweit sein. Durch ihre freundliche Art eignen sie sich hervorragend für Kinder. Die Kleintiere können stundenlang beobachtet werden und mit Snacks und Geduld kann man ihnen auch Tricks beibringen. Bei guter Haltung erreicht ein Zwergkaninchen ein Durchschnittsalter von acht bis zwölf Jahren und ist während dieser Zeit ein anhänglicher, verschmuster Geselle. Bevor aber Zwergwidder bei Dir und Deiner Familie daheim einziehen ist es wichtig, dass alle sich der Verantwortung gegenüber den neuen Familienmitgliedern bewusst sind. Denn auch kleine Tiere sind mit einer gewissen Arbeit verbunden (Reinigung des Nagerheims, tägliche Fütterung, Tierarztbesuche, etc.). Deswegen informiere Dich bitte vor dem Kauf, was alles auf Dich zukommen kann. Wenn Dir das alles bewusst ist, dann kannst Du und Deine Familie viel Freude mit den neuen Familienmitgliedern haben.

Ordnung:
Hasenartige
Familie:
Hasen (Leporidae)
Vorkommen:
Ursprungsland Holland
Natürliche Lebensweise:
In bis zu 2,50 m tiefen Bauen
Größe:
Rasseabhängig ca. 20 - 40 cm Länge
Alter:
8 - 12 Jahre
Futter:
Gutes Heu, Lottis Freunde, zusätzlich Obst und Gemüse
Behausung:
Zwergkaninchenheim von mind. 150 x 60 x 50 cm oder im Außengehege
Besonderheiten:
Sehr ruhiges Gemüt, ideal für Einsteiger in der Kaninchenhaltung
Weitere Artikel
Steckbrief Teddy-Hamster

Steckbrief Teddy-Hamster

Die kleinen Nager sind häufig zahm und gewöhnen sich schnell an Menschen. Aber bitte daran denken: Teddy-Hamster sind kein Spielzeug! Sie sind Einzelgänger und benötigen ein Heim mit mindestens einer Größe von 100 x 50 x 50 cm. weiterlesen »
Steckbrief Dsungarische Zwerghamster

Steckbrief Dsungarische Zwerghamster

Der Dsungarische Zwerghamster lebt ursprünglich in halbwüstenartigen Gebieten Asiens in bis zu zwei Meter tiefen Gängen. Seine kleine Höhle ist wie eine Wohnung eingeteilt - mit Essbereich, Futterdepot und einer Toilettenecke. weiterlesen »
Steckbrief Persische Rennmaus

Steckbrief Persische Rennmaus

Die Heimat der Persischen Rennmaus erstreckt sich vom Iran, Irak, der Türkei, Afghanistan bis hin zu Pakistan. In ihrer Heimat bevölkern sie in großen Familienverbänden Steppen sowie Halbwüsten und bevorzugen felsige Gegenden mit bis zu 3.000 Metern Höhe. weiterlesen »
Steckbrief Degu

Steckbrief Degu

Degus besitzen in ihrer Heimat eine ähnliche ökologische Nische wie unser Wildkaninchen. Sie errichten unterirdische Höhlen und Gangsysteme im Schutz von Sträuchern, Hecken oder Felsen. weiterlesen »
Steckbrief Roborowski Zwerghamster

Steckbrief Roborowski Zwerghamster

In den Abendstunden wird der Roborowski Zwerghamster zum putzmunteren Akrobaten und bietet seinem Halter ein überaus amüsantes Schauspiel. Der Kleine ist eben kein typisches Streicheltier, sondern verdankt die Begeisterung für ihn vor allem seinen turnerischen Leistungen. weiterlesen »
Steckbrief Meerschweinchen

Steckbrief Meerschweinchen

Meerschweinchen besitzen ein unglaublich vielfältiges Lautrepertoire und sind keineswegs langweilige Tiere, für die sie oft fälschlicherweise gehalten werden. weiterlesen »
Steckbrief Goldhamster

Steckbrief Goldhamster

Ursprünglich stammt der Goldhamster aus Nord-Syrien und ist in der fruchtbaren aleppinischen Hochebene beheimatet. Dort lebt er in selbst gegrabenen Bauten von bis zu 2,5 m Tiefe, die mit mehreren Ausgängen, Schlafnestern und Vorratskammern versehen sind. weiterlesen »
Steckbrief Lemming

Steckbrief Lemming

Der Lemming gehört zur Familie der Wühlmäuse (Microtinae) und hält keinen Winterschlaf. In freier Natur, z.B. in der Tundra, ist der Lemming beim Nestbau nicht sehr wählerisch. Es genügen ihm alte Baumstümpfe, Steinhaufen und dichtes Unterholz. weiterlesen »
Steckbrief Mongolische Wüstenrennmaus

Steckbrief Mongolische Wüstenrennmaus

Irreführend ist die Bezeichnung "Rennmaus", da die Nager eigentlich mit unserem Feld- und Goldhamster verwandt sind. Die bekannteste und für den Anfänger pflegeleichteste Sorte ist die Mongolische Wüstenrennmaus. weiterlesen »
Steckbrief Maus

Steckbrief Maus

Ob als Vorratsschädling, Versuchstier, heiliges Tier, Heimtier oder freche Comicfigur - von jeher hat die Maus die unterschiedlichsten Bedeutungen im Leben der Menschen. Zahlreiche Legenden ranken sich um die flinken Akrobaten. weiterlesen »

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.